Karriere in der Pflege

Pflegefachhelfer-Ausbildung in Bayern: Ablauf, Dauer, Gehalt

Die Pflegefachhelfer-Ausbildung in Bayern dauert ein Jahr. Was Sie über Voraussetzungen, Vergütung, Gehalt und die Änderungen ab 2027 wissen sollten und wie der Weg in die Intensivpflege aussieht.

Aktualisiert am
September 22, 2026
· Redaktion Münchener Pflege Holding
Pflegefachhelfer-Ausbildung in Bayern: Ablauf, Dauer, Gehalt

Die Pflegefachhelfer-Ausbildung ist der schnellste staatlich geregelte Weg in einen Pflegeberuf in Bayern: Sie dauert ein Jahr, setzt keinen mittleren Schulabschluss voraus und lässt sich später auf Antrag auf die dreijährige Pflegefachausbildung anrechnen. Wer neu in der Pflege startet oder aus einem anderen Beruf kommt, findet hier einen realistischen Einstieg.

Dieser Beitrag fasst zusammen, wie die Ausbildung in Bayern aufgebaut ist, wer zugelassen wird, was Pflegefachhelfer verdienen und was sich mit dem neuen Bundesgesetz ab 2027 ändert. Außerdem zeigen wir, welche Rolle Pflegefachhelfer in der außerklinischen Intensivpflege (AKI) spielen können.

Die einjährige Ausbildung in Bayern

Die Regeln für Pflegehelfer-Ausbildungen legt jedes Bundesland selbst fest. Nach dem Merkblatt des Bayerischen Landesamts für Pflege (Stand 17. März 2025) dauert die Ausbildung zur Pflegefachhelferin oder zum Pflegefachhelfer in Bayern ein Jahr. Sie umfasst 700 Stunden Theorie und 850 Stunden Praxis. Der Unterricht findet laut Merkblatt an Berufsschulen statt.

Es gibt zwei Schwerpunkte, die Sie vor Beginn wählen:

  • Altenpflege: Einsatz nach der Ausbildung in der stationären und ambulanten Langzeitpflege, zum Beispiel im Pflegeheim.
  • Krankenpflege: Einsatz in der stationären und ambulanten Akutpflege, zum Beispiel in der Klinik.

Inhaltlich bereitet die Ausbildung auf stabile Pflegesituationen vor, also auf bekannte, wiederkehrende Pflegemaßnahmen mit geringem Risiko einer akuten Verschlechterung. Das unterscheidet sie von der dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, die auf alle Versorgungssituationen vorbereitet. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann in Bayern.

Bewerbung und Start

Die Berufsfachschulen nehmen nach § 5 Abs. 1 BFSO Gesundheit jeweils zu Beginn des Schuljahres auf. Eine nachträgliche Aufnahme ist nur bei einem wichtigen Grund und längstens binnen vier Wochen nach Unterrichtsbeginn möglich. Planen Sie die Bewerbung daher einige Monate vor dem Schuljahr und besorgen Sie ärztliches Zeugnis und Führungszeugnis erst kurz vor der Anmeldung, weil beide bei der Anmeldung höchstens drei Monate alt sein dürfen. Klären Sie vor der Bewerbung, welcher Schwerpunkt zu Ihrem Berufsziel passt und welcher Ausbildungsbetrieb Ihnen den Praxisanteil von 850 Stunden anbietet.

Vergütung während der Ausbildung

Hier unterscheidet sich die Helferausbildung deutlich von der Pflegefachausbildung. Das Bayerische Gesundheitsministerium erklärte im Mai 2024, die Träger der praktischen Ausbildung könnten gerade in der Langzeitpflege noch keine flächendeckende Ausbildungsvergütung gewährleisten. Der Freistaat stelle über den „Pflegebonus“ sicher, dass die Ausbildung kostenfrei angeboten und auf Schulgeld verzichtet werden kann. Fragen Sie deshalb schon bei der Bewerbung, ob Ihr Ausbildungsbetrieb eine Vergütung zahlt, in welcher Höhe und ob die Schule Schulgeld erhebt.

Voraussetzungen und Schulen

Die Berufsfachschulordnung Gesundheitswesen (BFSO Gesundheit) regelt die Aufnahme an den Berufsfachschulen für Krankenpflege- und Altenpflegehilfe. Voraussetzungen sind:

  • die Vollendung des 16. Lebensjahres und
  • der erfolgreiche Abschluss der Mittelschule, eine entsprechende Schulbildung nach § 20 der Mittelschulordnung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Bei der Anmeldung verlangt die Schule nach § 5 BFSO Gesundheit außerdem einen lückenlosen Lebenslauf, die Zeugnisse im Original oder in beglaubigter Abschrift, einen gültigen Lichtbildausweis, ein ärztliches Zeugnis zur Eignung und ein amtliches Führungszeugnis. Beide Dokumente dürfen nicht älter als drei Monate sein. Bewerberinnen und Bewerber mit einer anderen Muttersprache als Deutsch müssen hinreichende Deutschkenntnisse in Wort und Schrift nachweisen.

Welche Schulen in Ihrer Region ausbilden, erfahren Sie bei den Berufsfachschulen für Pflege und den Bildungsträgern vor Ort. Für allgemeine Fragen zur Pflegeausbildung bietet das Beratungsteam Pflegeausbildung für Bayern Unterstützung. Wer eine Ausbildung im Ausland abgeschlossen hat, stellt für die Anerkennung als Pflegefachhelfer beim Landesamt für Pflege einen eigenen Antrag. Man darf die Tätigkeit ausüben, den Titel aber erst nach der Anerkennung führen.

Was Pflegefachhelfer verdienen

Nach der Ausbildung hängt das Gehalt von Arbeitgeber, Tarifbindung und Einsatzbereich ab. Einen Anhaltspunkt liefert das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf Basis der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 lag das mittlere Bruttomonatsentgelt vollzeitbeschäftigter Helferinnen und Helfer in Bayern bei 3.449 Euro in der Krankenpflege und bei 3.131 Euro in der Altenpflege. Es handelt sich um Medianwerte, Ihr tatsächliches Gehalt kann abweichen. Die Gehälter der Fachkräfte vergleichen wir im Beitrag Pflegefachkraft Gehalt in Bayern.

Änderung ab 2027: Pflegefachassistenz

Das Gesetz über den Pflegefachassistenzberuf (PflFAssG) vom 28. Oktober 2025 schafft eine bundeseinheitliche Ausbildung. Die zentralen Teile treten am 1. Januar 2027 in Kraft. Nach der Übergangsvorschrift in § 52 können landesrechtliche Ausbildungen, die vor Ablauf des 31. Dezember 2026 begonnen wurden und die bundesweit vereinbarten Mindestanforderungen erfüllen, bis zum 31. Dezember 2029 abgeschlossen werden. Wer 2026 startet, ist also nicht benachteiligt. Wer später beginnt, sollte bei der Schule nachfragen, welche Ausbildung sie anbietet.

Einstieg in die Intensivpflege

Die fachpflegerische Versorgung beatmeter oder trachealkanülierter Menschen übernehmen nach den Rahmenempfehlungen nach § 132l SGB V Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung und zusätzlicher Qualifikation. Pflegefachhelfer sind dafür nicht vorgesehen. Die AKI betrifft Patienten, bei denen täglich zu unvorhersehbaren Zeiten lebensbedrohliche Situationen auftreten können, also gerade keine stabile Pflegesituation.

Die Helferausbildung ist trotzdem ein sinnvoller erster Schritt, denn sie eröffnet den Weg zur Fachkraft:

  • Der Zugang zur Pflegefachausbildung steht nach § 11 Pflegeberufegesetz auch Bewerbern mit Hauptschulabschluss offen, wenn sie eine einjährige Pflegehelferausbildung nachweisen, die die bundesweit vereinbarten Eckpunkte erfüllt.
  • Eine solche Ausbildung ist auf Antrag auf ein Drittel der Dauer der Pflegefachausbildung anzurechnen (§ 12 Abs. 2 Pflegeberufegesetz).
  • Mit dem Abschluss als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann und dem Basiskurs oder einem Jahr Beatmungserfahrung sind Sie für die AKI qualifiziert. Details finden Sie unter Basiskurs außerklinische Intensivpflege und Weiterbildung in der Intensivpflege.

Für Quereinsteiger bietet der Beitrag Quereinstieg in die Pflege weitere Wege.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Pflegefachhelfer-Ausbildung in Bayern?

Ein Jahr mit 700 Stunden Theorie und 850 Stunden Praxis (Merkblatt des Bayerischen Landesamts für Pflege, Stand 17. März 2025).

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Den erfolgreichen Abschluss der Mittelschule, eine entsprechende Schulbildung nach § 20 der Mittelschulordnung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung, dazu die Vollendung des 16. Lebensjahres.

Gibt es eine Ausbildungsvergütung?

Das ist nicht flächendeckend geregelt. Das Gesundheitsministerium nannte im Mai 2024 die Vergütung in der Langzeitpflege als offenes Thema. Klären Sie Vergütung und Schulgeld vor der Bewerbung mit Betrieb und Schule.

Was ändert sich 2027?

Mit dem Pflegefachassistenzgesetz (PflFAssG) entsteht ab 1. Januar 2027 eine bundeseinheitliche Ausbildung. Landesrechtliche Ausbildungen, die bis Ende 2026 beginnen und die Mindestanforderungen erfüllen, können bis Ende 2029 abgeschlossen werden.

Kann ich als Pflegefachhelfer in der Intensivpflege arbeiten?

Die fachpflegerische Versorgung beatmeter Patienten ist nach den Rahmenempfehlungen Pflegefachkräften vorbehalten. Als Helfer können Sie mit der Anrechnung auf ein Drittel der Pflegefachausbildung den Weg dorthin gehen.

Sie möchten in der außerklinischen Intensivpflege in Bayern arbeiten? Aktuelle Stellen und Einstiegswege finden Sie auf der Seite Karriere bei der Münchener Pflege Holding.

Quellen