Karriere in der Pflege

Basiskurs außerklinische Intensivpflege: Inhalte und Anbieter

Der Basiskurs umfasst 120 Stunden und erfüllt die Qualifikationsanforderung für die Versorgung beatmeter Patienten. Inhalte, Anbieter in Bayern und die Alternative über Berufserfahrung.

Aktualisiert am
October 7, 2026
· Redaktion Münchener Pflege Holding
Basiskurs außerklinische Intensivpflege: Inhalte und Anbieter

Wer in der außerklinischen Intensivpflege (AKI) beatmete oder trachealkanülierte Menschen versorgen will, braucht neben der Pflegeausbildung eine zusätzliche Qualifikation. Der Basiskurs, in den Rahmenempfehlungen als berufsbegleitende Zusatzqualifikation über mindestens 120 Zeitstunden beschrieben, ist der kürzeste anerkannte Weg dorthin. Er ist auch dann relevant, wenn Sie erfahren sind, aber noch keine einschlägige Beatmungserfahrung der letzten fünf Jahre nachweisen können.

Dieser Beitrag erklärt, was der Kurs vermittelt, wie er aufgebaut sein muss, welche Anbieter wir in Bayern auf ihren eigenen Seiten gefunden haben und wann Berufserfahrung den Kurs ersetzt. Grundlage sind die Rahmenempfehlungen nach § 132l Abs. 1 SGB V in der Fassung vom 13. April 2026.

Inhalte und Umfang (120 Stunden)

Die Zusatzqualifikation heißt „Pflegefachkraft für außerklinische Beatmung“, bei Kindern „Pflegefachkraft für außerklinische pädiatrische Beatmung“. Die Inhalte orientieren sich curricular an den Weiterbildungen der Arbeitsgemeinschaft der Fachgesellschaften (ArGe). Die Rahmenempfehlungen legen Mindestumfänge fest:

  • Theorie: mindestens 80 Zeitstunden (106 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten), davon mindestens 50 Prozent in Präsenzphasen,
  • Praktikum: mindestens 40 Zeitstunden, klinisch oder außerklinisch, etwa in einer Wohngemeinschaft, in der häuslichen 1:1-Beatmungspflege, im betreuten Wohnen oder in einer stationären Einrichtung. Sie werden dabei stetig begleitet und angeleitet. Es gibt einen Praktikumsnachweis oder eine Checkliste, am Ende ein Feedbackgespräch.

Themen

  • Pflegefachlich: Atemmasken und Trachealkanülen, Tracheostomamanagement, Sekretmobilisierung, Inhalationstechniken, Lagerung, Atemgasklimatisierung, Ernährung über PEG, Telemedizin und Telepflege, Dysphagie, Notfallmanagement und Expertenstandards.
  • Medizinisch: Anatomie und Physiologie von Herz, Lunge, Kreislauf und Gehirn, Weaning und Dekanülierung, Sauerstofftherapie, Hygiene, Komplikationen, Krankheitslehre, Grundlagen der Beatmung, Alarmgrenzen und Blutgasanalyse.
  • Psychosozial, Kommunikation, Qualitätsmanagement: Palliative Care, Ethik, interprofessionelle Kommunikation, Pflegedienstorganisation.
  • Rechtlich: Umgang mit Medizinprodukten und Medizinprodukte-Betreiberverordnung, Patientenverfügung, Betreuungsrecht in Kurzform, Geräteeinweisung.

Abschluss und Nachweis

Für den erfolgreichen Abschluss sind regelmäßige Teilnahme, eine Lernerfolgskontrolle und der Nachweis über Dauer und Inhalte des Praktikums nötig. Danach erhalten Sie ein Zertifikat mit den ausgewiesenen Umfängen. Der Anbieter muss es den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen auf Verlangen vorlegen. Die Qualifikation kann altersspezifisch oder generalistisch erfolgen. Ältere Zusatzqualifikationen nach den früheren Rahmenempfehlungen zur häuslichen Krankenpflege (Stand 28. Oktober 2021) werden weiterhin anerkannt.

Anbieter in Bayern und online

Für wen lohnt sich der Kurs? Vor allem für drei Gruppen. Frisch ausgebildete Pflegefachkräfte, die direkt in die AKI starten, finden die Grundlagen in der Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann. Fachkräfte aus der Alten- oder Krankenpflege ohne Beatmungspraxis erwerben mit dem Kurs die fehlende Qualifikation. Pflegekräfte aus dem Ausland, deren Abschluss anerkannt ist, erfüllen damit die Voraussetzung, wenn sie keine nachweisbare Beatmungserfahrung der letzten fünf Jahre haben. Den Weg nach Bayern beschreibt Pflegekräfte aus dem Ausland: Ihr Weg in die Intensivpflege. Eine Pflegefachhelferin oder ein Pflegefachhelfer ohne dreijährige Ausbildung kann den Kurs nicht nutzen, weil die Rahmenempfehlungen für die fachpflegerische Versorgung eine dreijährige Pflegeausbildung voraussetzen.

Wir führen nur Anbieter auf, deren Kurs wir auf der eigenen Website geprüft haben. Stand: Oktober 2026. Die Auswahl ist nicht vollständig. Prüfen Sie Termine, Preise und Anerkennung direkt beim Anbieter und fragen Sie, ob das Zertifikat den Mindestanforderungen der Rahmenempfehlungen entspricht.

Oberbayern

  • IpW Institut für pflegerische Weiterbildung (Sitz Bergen): Basiskurs mit 80 Stunden Theorie und 40 Stunden Praktikum (klinisch oder außerklinisch) nach ArGe-Curriculum. Veranstaltungsort Neubiberg bei München, daneben Neu-Ulm, Hamburg, Inhouse und online. Die Seite nennt Termine für 2026 und 2027.
  • PflegeLeicht Akademie: Basiskurs mit 80 Stunden Theorie und 40 Stunden Hospitation, vier Blöcke, davon zwei virtuell und zwei in Präsenz. Standorte in Bayern sind laut Anbieter Kreut und München. Die Qualifikation ist laut Anbieter durch das Kompetenznetzwerk außerklinische Intensivpflege Bayern (KNAIB) anerkannt.

Schwaben

  • IpW in Neu-Ulm: Basiskurs in Kooperation mit dem Learning Center Ulm (siehe oben).

Mittelfranken

  • IMPULS (Rückersdorf bei Nürnberg): Basiskurs mit 120 Stunden, davon 80 Stunden Theorie (106 Unterrichtseinheiten) und 40 Stunden Hospitation und Praxisanleitung, in Präsenz und online. Der Kurs ist laut Anbieter von CERTI.CARE zertifiziert. Die Seite listet Termine für 2026.

Die Gebühren lagen laut den Anbieterseiten im Oktober 2026 zwischen 1.000 und 1.250 Euro je Kurs. Die Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft für Außerklinische Beatmung und Intensivversorgung (DIGAB) verweist bei Fragen zu Zertifikaten auf die CERTI.CARE GmbH.

Basiskurs oder Berufserfahrung

Der Basiskurs ist eine von mehreren Möglichkeiten. Nach § 5 der Rahmenempfehlungen müssen alle Pflegefachkräfte in der Versorgung beatmeter oder trachealkanülierter Menschen neben einer abgeschlossenen Pflegeausbildung eine dieser Voraussetzungen erfüllen:

  • Atmungstherapeut oder Atmungstherapeutin,
  • Fachgesundheits- und Krankenpfleger oder -pflegerin für Anästhesie- und Intensivpflege,
  • mindestens ein Jahr hauptberufliche Berufserfahrung im Beatmungsbereich (mindestens 19,25 Wochenstunden) innerhalb der letzten fünf Jahre,
  • Fachgesundheits- und Kinderkrankenpfleger für pädiatrische Intensivpflege oder Anästhesie, beziehungsweise ein Jahr einschlägige Erfahrung mit beatmungspflichtigen Kindern,
  • alternativ zur Berufserfahrung der Basiskurs über mindestens 120 Zeitstunden.

Die Berufserfahrung weist der Arbeitgeber auf Anforderung nach. Weitere Wege zeigen die Beiträge Weiterbildung in der Intensivpflege und Atmungstherapeut: Weiterbildung und Einsatz.

Arbeiten, bevor der Kurs abgeschlossen ist

Neu eingestellte Fachkräfte ohne die Qualifikation können in der Mehrfachversorgung arbeiten, wenn sie mit Beginn der Versorgung zum Basiskurs angemeldet sind und den Abschluss innerhalb von sechs Monaten nachweisen. In einer Schicht darf nur eine solche Kraft eingesetzt werden, und eine qualifizierte Pflegefachkraft muss mitarbeiten. Hinzu kommt eine krankheitsbildspezifische Einweisung mit strukturierter Einarbeitung. In der Einzelversorgung gilt das nur, wenn der Anbieter Ihr Ausbildungsträger war oder Ihr Einsatz im dritten Ausbildungsjahr bei einem AKI-Anbieter stattfand. Die Anmeldung muss dann binnen 14 Tagen erfolgen. Das Praktikum wird künftig nach der Erwartung der Rahmenempfehlungspartner vor allem in Einrichtungen stattfinden, die selbst einen Vertrag nach § 132l Abs. 5 SGB V haben. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber, ob er Kosten übernimmt und Sie für den Kurs freistellt. Zur Einordnung der Vergütung hilft Pflegefachkraft Gehalt in Bayern.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden hat der Basiskurs?

Mindestens 120 Zeitstunden: 80 Stunden Theorie (106 Unterrichtseinheiten) und mindestens 40 Stunden Praktikum (Rahmenempfehlungen nach § 132l SGB V, § 5).

Wer darf den Kurs besuchen?

Pflegefachkräfte mit abgeschlossener dreijähriger Ausbildung, etwa Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin oder Altenpflegerin.

Kann ich ohne Basiskurs in der Intensivpflege arbeiten?

Ja, wenn Sie ein Jahr hauptberufliche Beatmungserfahrung innerhalb der letzten fünf Jahre haben, Atmungstherapeut oder Fachpfleger für Anästhesie und Intensivpflege sind. Sonst gelten Übergangsregeln mit Anmeldung zum Kurs und Abschluss binnen sechs Monaten.

Wird der Kurs online angeboten?

Teilweise. Mindestens 50 Prozent der Theorie sollen in Präsenzphasen stattfinden. Einige Anbieter kombinieren Online- und Präsenzblöcke.

Bin ich nach dem Kurs für Kinder qualifiziert?

Die Zusatzqualifikation kann altersspezifisch oder generalistisch erfolgen. Für Kinder gibt es eine eigene pädiatrische Variante.

Sie suchen eine Stelle in der außerklinischen Intensivpflege und möchten sich qualifizieren? Informationen zu offenen Stellen und Einstiegswegen finden Sie auf der Seite Karriere bei der Münchener Pflege Holding.

Quellen