Karriere in der Pflege

Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann in Bayern

Die generalistische Pflegeausbildung dauert drei Jahre. Was in Bayern für Zugang, Praxiseinsätze und Vergütung gilt und wie Sie danach in die außerklinische Intensivpflege kommen.

Aktualisiert am
September 28, 2026
· Redaktion Münchener Pflege Holding
Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann in Bayern

Die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ist die Grundlage fast aller Karrierewege in der Pflege. Sie führt in drei Jahren zu einem Abschluss, der in Kliniken, Pflegeheimen, ambulanten Diensten und in der außerklinischen Intensivpflege (AKI) gilt. Seit 2020 ersetzt sie die getrennten Ausbildungen in Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege.

Dieser Beitrag erklärt, wie die generalistische Ausbildung in Bayern aufgebaut ist, was Sie verdienen und wie Sie nach dem Abschluss in die Intensivpflege wechseln. Grundlage sind das Pflegeberufegesetz (PflBG), die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung und die Informationen des Freistaats.

Generalistische Ausbildung in Bayern

Nach § 6 PflBG dauert die Ausbildung in Vollzeit drei Jahre, in Teilzeit höchstens fünf Jahre. Sie besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht an einer Pflegeschule sowie einer praktischen Ausbildung, deren Anteil überwiegt. Die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung schreibt mindestens 2.100 Stunden Unterricht und 2.500 Stunden praktische Ausbildung vor. Am Ende des zweiten Ausbildungsdrittels findet eine Zwischenprüfung statt.

Zugang

Nach § 11 PflBG brauchen Sie entweder den mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Abschluss. Alternativ genügt ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung oder einer einjährigen Pflegehelfer- oder Assistenzausbildung nach Landesrecht, die die bundesweit vereinbarten Eckpunkte erfüllt. Auch eine sonstige zehnjährige allgemeine Schulbildung reicht. Die Pflegehelfer-Ausbildung in Bayern beschreibt der Beitrag Pflegefachhelfer-Ausbildung in Bayern. Sie wird auf Antrag auf ein Drittel der Ausbildungsdauer angerechnet.

Die Kampagne neuepflege.bayern des Freistaats nennt dieselben Voraussetzungen und weist darauf hin: Für ein Pflegestudium ist das Abitur Voraussetzung. Mehr dazu im Beitrag Pflegestudium in Bayern.

Spezialisierung im dritten Jahr

Wer in einer Pflegeeinrichtung, bei einem ambulanten Dienst oder in einer Kinderklinik ausgebildet wird, kann am Ende des zweiten Jahres wählen: Entweder schließen Sie generalistisch als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann ab, oder Sie wählen einen spezialisierten Abschluss in der Altenpflege beziehungsweise in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Für die AKI erfüllen sowohl der generalistische als auch die spezialisierten Abschlüsse die Grundanforderung der Rahmenempfehlungen (§ 5 Abs. 1). Die zusätzliche Beatmungsqualifikation kommt später hinzu.

Ausbildungsbetriebe finden

Eine Liste der Einrichtungen für die generalistische Pflegeausbildung führt das BayernPortal. Das Beratungsteam Pflegeausbildung bietet zusätzlich Informationen speziell für Bayern. Wer schon in einem anderen Beruf arbeitet, findet Wege im Beitrag Quereinstieg in die Pflege in Bayern.

Vergütung und Praxiseinsätze

Praxiseinsätze

Die praktische Ausbildung gliedert sich nach § 6 Abs. 3 PflBG in Pflichteinsätze, einen Vertiefungseinsatz und weitere Einsätze. Die Pflichteinsätze finden in der allgemeinen Akutpflege in zugelassenen Krankenhäusern, in der allgemeinen Langzeitpflege in stationären Pflegeeinrichtungen und in der allgemeinen ambulanten Akut- und Langzeitpflege statt. Hinzu kommen Pflichteinsätze in der pädiatrischen und in der psychiatrischen Versorgung. Der Vertiefungseinsatz soll beim Träger der praktischen Ausbildung in einem der Bereiche stattfinden, in denen bereits ein Pflichteinsatz absolviert wurde.

Wesentlicher Bestandteil ist die Praxisanleitung: Die Einrichtungen müssen sie im Umfang von mindestens 10 Prozent der Einsatzzeit gewährleisten. Die Pflegeschule unterstützt die Praxis durch Praxisbegleitung.

Der Unterricht findet an staatlichen, staatlich genehmigten oder staatlich anerkannten Pflegeschulen statt. Pflegeschule, Träger der praktischen Ausbildung und die weiteren beteiligten Einrichtungen arbeiten auf Grundlage von Kooperationsverträgen zusammen. Für den Alltag wichtig: Fehlzeiten können nach der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung nur angerechnet werden, soweit sie 25 Prozent der Stunden eines Pflichteinsatzes nicht überschreiten, und Urlaub ist in der unterrichtsfreien Zeit zu gewähren. Planen Sie längere Abwesenheiten deshalb frühzeitig mit der Schule.

Vergütung

Auszubildende haben nach § 19 PflBG für die gesamte Dauer der Ausbildung Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Pflegehelfer-Ausbildung in Bayern. Die Kampagne neuepflege.bayern nennt beispielhaft bis zu 1.490 Euro im ersten Ausbildungsjahr ab 2026, wenn der Betrieb nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes in Pflegeberufen (TVAöD Pflege) zahlt. Danach liege das Gehalt im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes in der Pflege ab 3.500 Euro. Ihr genauer Betrag hängt vom Ausbildungsbetrieb ab. Klären Sie Tarifbindung, Ausbildungsvergütung und Zusatzleistungen vor der Zusage.

Wie viel Fachkräfte in Bayern nach der Ausbildung verdienen, zeigt der Beitrag Pflegefachkraft Gehalt in Bayern. Eine Umschulung kann unter bestimmten Voraussetzungen von der Agentur für Arbeit gefördert werden, zum Beispiel durch Übernahme von Lehrgangsgebühren.

Vertiefung Intensivpflege nach der Ausbildung

In der AKI übernehmen Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung die fachpflegerische Versorgung beatmeter und trachealkanülierter Patienten. Für diese Gruppe verlangen die Rahmenempfehlungen nach § 132l SGB V zusätzlich eine Qualifikation: etwa eine Atmungstherapie-Ausbildung, die Fachweiterbildung für Anästhesie- und Intensivpflege, ein Jahr hauptberufliche Beatmungserfahrung innerhalb der letzten fünf Jahre oder eine anerkannte Zusatzqualifikation über mindestens 120 Zeitstunden.

Für Berufsanfänger gibt es eine Brücke: Hat der AKI-Anbieter die praktische Ausbildung getragen, oder wurde der Einsatz im dritten Ausbildungsjahr bei einem AKI-Anbieter absolviert, kann die frisch ausgebildete Fachkraft in der Einzelversorgung arbeiten. Sie muss binnen 14 Tagen nach Beginn der Versorgung zur Zusatzqualifikation angemeldet werden und diese innerhalb von sechs Monaten abschließen. Außerdem sind eine krankheitsbildspezifische Einweisung und eine strukturierte Einarbeitung nötig. Das macht den Vertiefungseinsatz oder den Einsatz im dritten Jahr bei einem AKI-Dienst zur gezielten Vorbereitung.

Wer lieber auf die Intensivstation einer Klinik will, kann nach dem Abschluss die Fachweiterbildung für Intensiv- und Anästhesiepflege absolvieren. Die Kliniken, deren Angebote wir geprüft haben, verlangen dafür mindestens sechs Monate Berufstätigkeit in der Anästhesie oder auf einer Intensivstation. Die Fachweiterbildung dauert berufsbegleitend zwei Jahre. Sie erfüllt zugleich die Qualifikationsanforderung für die Beatmungsversorgung in der AKI.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann?

Drei Jahre in Vollzeit, in Teilzeit höchstens fünf Jahre (§ 6 PflBG). Sie umfasst mindestens 2.100 Stunden Unterricht und 2.500 Stunden praktische Ausbildung.

Welchen Schulabschluss brauche ich?

Den mittleren Schulabschluss oder einen als gleichwertig anerkannten Abschluss. Alternativ den Hauptschulabschluss mit zweijähriger Berufsausbildung oder einjähriger Pflegehelferausbildung, oder eine zehnjährige allgemeine Schulbildung (§ 11 PflBG).

Wird die Ausbildung vergütet?

Ja, nach § 19 PflBG besteht für die gesamte Dauer Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Beispielhaft nennt neuepflege.bayern bis zu 1.490 Euro im ersten Jahr ab 2026 nach TVAöD Pflege.

Wird eine frühere Ausbildung angerechnet?

Die zuständige Behörde kann eine andere abgeschlossene Ausbildung auf Antrag bis zu zwei Dritteln der Dauer anrechnen. Eine Pflegehelferausbildung, die die bundesweiten Eckpunkte erfüllt, wird auf ein Drittel angerechnet.

Kann ich direkt nach der Ausbildung in die Intensivpflege?

Ja, unter Auflagen. Sie müssen sich binnen 14 Tagen zur Zusatzqualifikation anmelden und sie innerhalb von sechs Monaten abschließen, wenn der AKI-Anbieter Ihre praktische Ausbildung getragen hat oder Sie Ihren Einsatz im dritten Jahr dort absolviert haben.

Sie möchten schon während der Ausbildung die außerklinische Intensivpflege kennenlernen? Informationen zu Praktika, Einstieg und Stellen finden Sie auf der Seite Karriere bei der Münchener Pflege Holding.

Quellen