Karriere in der Pflege

Pflegefachkraft Gehalt in Bayern: Regionen und Zuschläge

Was verdienen Pflegefachkräfte in Bayern? Mittlere Entgelte nach Kranken- und Altenpflege im Ländervergleich, steuerfreie Zuschläge und was die Münchner Mieten für das Netto bedeuten.

Aktualisiert am
September 3, 2026
· Redaktion Münchener Pflege Holding
Pflegefachkraft Gehalt in Bayern: Regionen und Zuschläge

Pflegefachkräfte in Bayern verdienen im Mittel mehr als im Bundesdurchschnitt, aber weniger als in Baden-Württemberg. Wie viel genau, hängt von Einsatzbereich, Tarifbindung, Schichtmodell und Erfahrung ab. Eine einzige „richtige“ Zahl gibt es deshalb nicht, wohl aber belastbare Orientierungswerte aus der amtlichen Beschäftigungsstatistik.

Dieser Beitrag fasst die aktuellen Medianwerte zusammen, erklärt die steuerfreien Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit und ordnet die Lebenshaltungskosten im Raum München ein. Die Zahlen beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2024 und sind die jüngsten verfügbaren Daten. Es handelt sich um Bruttoentgelte für Vollzeitkräfte.

Gehaltsspannen nach Region

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat auf Basis der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit die Medianentgelte von Pflegekräften veröffentlicht. Der Median teilt die Beschäftigten in zwei gleich große Hälften: Die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger. Berücksichtigt sind sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte ohne Auszubildende.

  • Bayern: Fachkräfte in der Krankenpflege 4.380 Euro, in der Altenpflege 4.211 Euro monatlich.
  • Deutschland gesamt: Krankenpflege 4.329 Euro, Altenpflege 4.153 Euro.
  • Westdeutschland: 4.380 Euro (Krankenpflege) und 4.189 Euro (Altenpflege); Ostdeutschland 4.115 Euro und 4.024 Euro.
  • Spitzenwerte unter den Ländern: Baden-Württemberg mit 4.520 Euro (Krankenpflege) und 4.325 Euro (Altenpflege); am unteren Ende Sachsen mit 4.017 Euro und 3.891 Euro.

Zum Vergleich: Über alle Fachkraftberufe lag der Median in Bayern bei 3.801 Euro, über alle Beschäftigten bei 4.166 Euro. Pflegefachkräfte liegen in Bayern also über dem Fachkräftedurchschnitt. Die Bundesagentur berichtet in ihrem Bericht „Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen“ (Mai 2026), dass die Entgelte in Pflegeberufen seit 2021 über dem Durchschnitt aller Berufe liegen. Die mittleren Entgelte aller Pflegefachkräfte lagen 2024 bundesweit bei 4.275 Euro. In Krankenhäusern waren es 4.409 Euro, stationäre Pflegeeinrichtungen und ambulante Dienste lagen darunter, die ambulante Pflege am niedrigsten.

Werte für einzelne Regierungsbezirke oder Landkreise weist die geprüfte Statistik nicht aus. Eine Abfrage nach Beruf und Region bietet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Das IAB weist zudem darauf hin, dass regionale Entgeltunterschiede im Zusammenhang mit den unterschiedlichen Lebenshaltungskosten zu sehen sind.

Und die Helfer?

Wer ohne dreijährige Ausbildung arbeitet, verdient weniger: Für Helferinnen und Helfer in Bayern nennt das IAB 3.449 Euro in der Krankenpflege und 3.131 Euro in der Altenpflege. Den Einstieg über die einjährige Ausbildung beschreibt der Beitrag Pflegefachhelfer-Ausbildung in Bayern.

Warum die Zahlen Ihr Gehalt nur grob abbilden

Der Median ist kein Einstiegsgehalt. Er enthält Berufsanfänger ebenso wie erfahrene Kräfte mit Zusatzqualifikation. Die Statistik weist außerdem nur Vollzeitentgelte aus: Das Bruttomonatsentgelt der Beschäftigten insgesamt fällt laut Bundesagentur wegen des hohen Teilzeitanteils in der Pflege geringer aus. Wer in Teilzeit arbeitet, rechnet das Vollzeitgehalt entsprechend herunter. Als Gründe für den Anstieg der Pflegeentgelte nennt die Bundesagentur unter anderem das seit Mai 2022 schrittweise erhöhte Pflegemindestentgelt und das zum 1. September 2022 in Kraft getretene Tariftreuegesetz, nach dem zugelassene Pflegeeinrichtungen ihre Pflege- und Betreuungskräfte nach Tarif bezahlen müssen. Vergleichen Sie Angebote deshalb immer brutto mit brutto und fragen Sie, nach welchem Tarif eingestuft wird.

Zuschläge und Intensivpflege

In der Pflege wird rund um die Uhr gearbeitet. Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit machen deshalb einen spürbaren Teil des Einkommens aus. Wie hoch sie ausfallen, regeln Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag. Gesetzlich festgelegt ist nur, bis zu welcher Höhe sie steuerfrei bleiben. Nach § 3b Einkommensteuergesetz sind Zuschläge steuerfrei, soweit sie neben dem Grundlohn für tatsächlich geleistete Arbeit gezahlt werden und folgende Anteile des Grundlohns nicht übersteigen:

  • Nachtarbeit (20 bis 6 Uhr): 25 Prozent; beginnt die Nachtarbeit vor 0 Uhr, steigt der Satz für die Zeit von 0 bis 4 Uhr auf 40 Prozent,
  • Sonntagsarbeit: 50 Prozent,
  • gesetzliche Feiertage und der 31. Dezember ab 14 Uhr: 125 Prozent,
  • 24. Dezember ab 14 Uhr, 25. und 26. Dezember sowie 1. Mai: 150 Prozent.

Der Grundlohn wird dabei mit höchstens 50 Euro pro Stunde angesetzt. Ein Zuschlag über diesen Sätzen ist nicht verboten, er wird aber nach den üblichen Regeln versteuert.

Intensivpflege zu Hause

In der außerklinischen Intensivpflege (AKI) betreut in der Einzelversorgung eine Pflegefachkraft einen Patienten, je nach Verordnung bis zu 24 Stunden am Tag. Das bedeutet Schichtdienst mit Nacht- und Wochenenddiensten und damit regelmäßig Zuschläge. Zusätzlich verlangt die AKI eine Qualifikation für die Beatmungsversorgung. Die Voraussetzungen nach den Rahmenempfehlungen erklärt der Beitrag Basiskurs außerklinische Intensivpflege, weitere Wege zeigt Weiterbildung in der Intensivpflege. Konkrete Vergütungsbeispiele für Intensivpflegekräfte finden Sie bei IHM im Beitrag Intensivpfleger Gehalt.

Fragen Sie im Vorstellungsgespräch konkret nach Tarifbindung, Höhe der Zuschläge, Einstufung nach Qualifikation und Regelungen zu Wechseldienst und Springen. Lassen Sie mündliche Zusagen unbedingt in den Arbeitsvertrag schreiben, damit sie später nachvollziehbar bleiben.

Lebenshaltung in München und Umland

Ein höheres Gehalt in Bayern ist nur die halbe Rechnung, denn die Miete frisst in Ballungsräumen einen großen Teil davon. Der Mietspiegel für München 2025 weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 15,38 Euro pro Quadratmeter aus, 5,5 Prozent mehr als im Mietspiegel 2023 (14,58 Euro). Rechnerisch ergibt das für eine Wohnung mit 50 Quadratmetern rund 770 Euro Nettokaltmiete, ohne Nebenkosten. Der Mietspiegel gilt für freifinanzierte Wohnungen, tatsächliche Angebotsmieten bei Neuvermietung können deutlich höher liegen.

Im Umland sind die Mieten meist niedriger, dafür kommen Fahrtkosten und Fahrzeit hinzu. Einzelne Gemeinden wie Eching veröffentlichen eigene Mietspiegel. Prüfen Sie Wohnort und Einsatzort gemeinsam: In der AKI fahren Sie häufig zu wechselnden Einsatzorten bei Patienten zu Hause oder in Wohngemeinschaften. Klären Sie mit dem Arbeitgeber, wie Fahrtwege vergütet und Einsätze regional geplant werden.

Wer aus dem Ausland nach Bayern kommt, findet Hinweise zu Anerkennung und Visum im Beitrag Pflegekräfte aus dem Ausland.

Häufige Fragen

Was verdient eine Pflegefachkraft in Bayern im Median?

Zum Stichtag 31. Dezember 2024 lag der Median bei 4.380 Euro brutto im Monat in der Krankenpflege und 4.211 Euro in der Altenpflege (Vollzeit, ohne Auszubildende, laut IAB).

Wo verdienen Pflegefachkräfte am meisten?

Unter den Bundesländern führt Baden-Württemberg mit 4.520 Euro (Krankenpflege) und 4.325 Euro (Altenpflege). In Bayern liegen die Medianwerte über dem Bundesdurchschnitt.

Welche Zuschläge sind steuerfrei?

Nach § 3b EStG bis zu 25 Prozent für Nachtarbeit, 50 Prozent für Sonntagsarbeit, 125 Prozent für Feiertage und 150 Prozent für Heiligabend ab 14 Uhr, die Weihnachtsfeiertage und den 1. Mai, jeweils bezogen auf den Grundlohn.

Zahlt die Intensivpflege mehr?

Das hängt vom Arbeitgeber ab. Regelmäßige Schicht-, Nacht- und Wochenenddienste erhöhen das Einkommen durch Zuschläge. Konkrete Beispiele bietet der IHM-Beitrag zum Intensivpfleger-Gehalt.

Wie hoch sind die Mieten in München?

Der Mietspiegel 2025 nennt eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 15,38 Euro pro Quadratmeter für freifinanzierte Wohnungen.

Sie suchen eine Stelle in der außerklinischen Intensivpflege mit verlässlichen Diensten und fachlicher Einarbeitung? Aktuelle Angebote der Münchener Pflege Holding finden Sie auf der Seite Karriere.

Quellen