Pflege in Bayern

Pflege in Bayern in Zahlen: Statistik und Intensivpflege

Zum 15. Dezember 2023 bezogen 631.273 Menschen in Bayern Leistungen der Pflegeversicherung. Wir ordnen die Zahlen ein und zeigen, was sie zur Intensivpflege sagen.

Aktualisiert am
September 29, 2026
· Redaktion Münchener Pflege Holding
Pflege in Bayern in Zahlen: Statistik und Intensivpflege

Zum Stichtag 15. Dezember 2023 bezogen in Bayern 631.273 Menschen Leistungen der Pflegeversicherung. Das entspricht 47 Pflegebedürftigen je 1.000 Einwohner. Die Zahl stammt aus der Pflegestatistik des Bayerischen Landesamts für Statistik, die im Februar 2025 erschienen ist.

Die Pflegestatistik ist eine Bundesstatistik und wird alle zwei Jahre als Totalerhebung durchgeführt, jeweils zum 15. Dezember eines ungeraden Jahres. Dieser Beitrag fasst die wichtigsten bayerischen Zahlen zusammen und ordnet ein, was sie über die außerklinische Intensivpflege aussagen und was nicht. Prüfen Sie beim Landesamt, ob inzwischen Ergebnisse der Erhebung 2025 vorliegen.

Pflegebedürftige in Bayern nach Region

Bundesweit zählte das Statistische Bundesamt für Dezember 2023 knapp 5,7 Millionen Pflegebedürftige. Bayern stellt damit rund 11 Prozent. Die 631.273 Leistungsempfänger verteilen sich so auf die Versorgungsformen:

  • 306.045 Personen (48 Prozent) erhalten ausschließlich Pflegegeld und werden meist von Angehörigen versorgt.
  • 126.418 Personen (20 Prozent) nutzen ambulante Pflege durch einen Pflegedienst.
  • 110.844 Personen (18 Prozent) werden vollstationär in einem Pflegeheim versorgt.
  • 87.504 Personen (14 Prozent) haben Pflegegrad 1 und erhalten nur landesrechtliche Leistungen oder gar keine Leistungen der Pflegeversicherung.

Mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen (365.025) ist 80 Jahre oder älter. In der Altersgruppe unter 20 Jahren sind es 35.032 Kinder und Jugendliche. Gut vier von fünf Pflegebedürftigen werden also nicht vollstationär in einem Heim versorgt.

Pflegegrade im Überblick

Die Pflegegrade verteilen sich sehr ungleich. Pflegegrad 2 ist mit 247.040 Personen der häufigste, gefolgt von Pflegegrad 3 (177.840) und Pflegegrad 1 (102.924). In Pflegegrad 4 liegen 72.901 Personen, in Pflegegrad 5 genau 29.723. Von den Menschen mit Pflegegrad 5 leben 12.808 vollstationär, 6.358 werden von ambulanten Diensten versorgt und 10.557 erhalten ausschließlich Pflegegeld. Gerade in dieser Gruppe liegen die Betroffenen, bei denen zusätzlich ein Anspruch auf Intensivpflege bestehen kann.

Die sieben Regierungsbezirke im Vergleich

  • Oberbayern: 178.813 Pflegebedürftige (37 je 1.000 Einwohner)
  • Niederbayern: 72.655 (57 je 1.000)
  • Oberpfalz: 59.238 (52 je 1.000)
  • Oberfranken: 65.276 (61 je 1.000)
  • Mittelfranken: 90.125 (50 je 1.000)
  • Unterfranken: 75.335 (56 je 1.000)
  • Schwaben: 89.831 (46 je 1.000)

Oberbayern hat die meisten Pflegebedürftigen in absoluten Zahlen, aber die niedrigste Quote. Die höchste Quote weist Oberfranken mit 61 je 1.000 Einwohner aus. Die Quote hängt unter anderem von der Altersstruktur der Bevölkerung ab. Auch zwischen Stadt und Land gibt es einen Unterschied: In den kreisfreien Städten leben 173.003 Pflegebedürftige (44 je 1.000 Einwohner), in den Landkreisen 458.270 (48 je 1.000). Auf dem Land sind die Wege für Pflegedienste in der Regel länger. Einen Überblick über Leistungen und Anlaufstellen finden Sie im Ratgeber Pflege in Bayern, die Beratung vor Ort bieten die Pflegestützpunkte in Bayern.

Ambulante Dienste und Fachkräfte

Neben den ambulanten Diensten gab es 2.146 Pflegeheime mit 125.033 vollstationären Plätzen und 114.028 Beschäftigten. Die ambulante Pflege ist kleiner, aber deutlich dichter über das Land verteilt. In Bayern gab es am Stichtag 2.173 ambulante Pflege- und Betreuungsdienste mit Versorgungsvertrag nach § 72 SGB XI. Dort arbeiteten 57.562 Beschäftigte. Die Dienste verteilen sich wie folgt: Oberbayern 791, Mittelfranken 324, Schwaben 285, Niederbayern 212, Unterfranken 198, Oberfranken 190 und Oberpfalz 173.

Bei den Berufsabschlüssen des Personals fallen drei Gruppen auf:

  • 13.285 Beschäftigte sind Krankenschwestern oder Krankenpfleger, 12.376 staatlich anerkannte Altenpflegerinnen und Altenpfleger.
  • 574 Beschäftigte haben den Abschluss Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Diese generalistische Ausbildung gibt es erst seit 2020, ihr Anteil wird in den kommenden Erhebungen wachsen.
  • 6.463 Beschäftigte haben keinen Berufsabschluss, 13.650 einen sonstigen Berufsabschluss.

Beachten Sie die Grenzen der Statistik. Erfasst werden nur Leistungen nach SGB XI und das Personal, das diese Leistungen erbringt. Behandlungspflege nach SGB V, zu der auch die außerklinische Intensivpflege gehört, taucht als eigene Größe nicht auf. 56.412 der Beschäftigten arbeiten in Diensten, die zusätzlich häusliche Krankenpflege nach SGB V anbieten.

Ein Pflegedienst mit Versorgungsvertrag nach SGB XI ist außerdem nicht automatisch ein Intensivpflegedienst. Für die außerklinische Intensivpflege gelten eigene Anforderungen an Personal und Qualifikation nach § 132l SGB V. Die 2.173 Dienste sind deshalb eine Obergrenze, keine Zahl der verfügbaren Intensivpflegeanbieter.

Was die Zahlen für die Intensivpflege bedeuten

Die außerklinische Intensivpflege ist in § 37c SGB V geregelt. Sie wird ärztlich verordnet und von der Krankenkasse genehmigt, nicht von der Pflegekasse. Deshalb enthält der Bericht des Landesamts keine eigene Zahl für beatmete oder tracheotomierte Patientinnen und Patienten. Wer Aussagen über den Umfang der Intensivpflege in Bayern liest, sollte nach der Quelle fragen: Die Pflegestatistik liefert sie nicht.

Als Orientierung taugen die Zahlen trotzdem. Sie zeigen, wie viele Menschen insgesamt auf Pflege angewiesen sind und wie knapp die Ressourcen sind, um die auch die Intensivpflege konkurriert. Drei Schlüsse lassen sich ziehen:

  1. Die Versorgung findet überwiegend zu Hause statt. Das gilt auch für Menschen mit hohem Pflegebedarf, die ihre Angehörigen oft über Jahre begleiten. Für sie ist die Intensivpflege zu Hause meist ein Zusatz zum Pflegegeld, kein Ersatz.
  2. Die Fachkräfte werden an mehreren Stellen gebraucht. Für die Intensivpflege setzt § 37c SGB V die ständige Anwesenheit einer geeigneten Pflegefachperson voraus. Dieselbe Berufsgruppe arbeitet in den 2.173 ambulanten Diensten, in den 2.146 Pflegeheimen und in den Kliniken.
  3. Regionale Unterschiede zählen. In Oberfranken (61 je 1.000) und Niederbayern (57 je 1.000) ist die Quote deutlich höher als in Oberbayern (37 je 1.000). Wer einen Intensivpflegedienst sucht, sollte deshalb früh mit mehreren Anbietern der Region sprechen.

Welche Voraussetzungen für eine Versorgung mit Intensivpflege gelten, erklärt die Übersicht der IHM. Zu den Leistungen der Pflegekassen finden Sie Details unter Pflegekassen in Bayern, zum Landespflegegeld unter Landespflegegeld Bayern.

Häufige Fragen

Wie viele Pflegebedürftige gibt es in Bayern?

Am 15. Dezember 2023 waren es 631.273 Personen, die Leistungen der Pflegeversicherung bezogen. Das sind 47 je 1.000 Einwohner. Neuere Ergebnisse der Erhebung zum 15. Dezember 2025 prüfen Sie beim Bayerischen Landesamt für Statistik.

Wie oft wird die Pflegestatistik erhoben?

Alle zwei Jahre, jeweils zum 15. Dezember eines ungeraden Jahres, als Totalerhebung. Die Ergebnisse für 2023 wurden im Februar 2025 veröffentlicht.

Welcher Regierungsbezirk hat die meisten Pflegebedürftigen?

Oberbayern mit 178.813 Personen. Die höchste Quote je 1.000 Einwohner hat Oberfranken mit 61, die niedrigste Oberbayern mit 37.

Wie viele ambulante Pflegedienste gibt es in Bayern?

2.173 zugelassene ambulante Pflege- und Betreuungsdienste mit 57.562 Beschäftigten (Stand 15. Dezember 2023).

Gibt es amtliche Zahlen zur außerklinischen Intensivpflege in Bayern?

Nicht in der Pflegestatistik. Sie erfasst nur Leistungen nach SGB XI. Die außerklinische Intensivpflege läuft über die Krankenkassen nach § 37c SGB V. Fragen Sie bei Bedarf bei Ihrer Krankenkasse nach.

Wenn Sie für sich oder einen Angehörigen eine Intensivpflege zu Hause in Bayern suchen, zeigen wir Ihnen auf der Seite freie Kapazitäten, wo aktuell Plätze frei sind. Mehr zu den drei Pflegediensten der Gruppe lesen Sie unter Über uns.

Quellen