Versorgung in Bayern

Neurologische Reha in Bayern: Frühreha Phase B nach Region

Das Staatsministerium nennt rund 30 Einrichtungen für Frühreha Phase B. Wir ordnen die Standorte nach Region und zeigen, was bei Beatmung gilt und wie die Überleitung gelingt.

Aktualisiert am
October 2, 2026
· Redaktion Münchener Pflege Holding
Neurologische Reha in Bayern: Frühreha Phase B nach Region

Nach einem schweren Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder einer Hirnblutung beginnt die Rehabilitation oft schon im Krankenhaus. Die neurologische Frührehabilitation, Phase B, ist in Bayern wie in den meisten Bundesländern der akutstationären Versorgung zugeordnet. Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gibt es dafür rund 30 Spezialeinrichtungen mit mehr als 1.300 Betten.

Dieser Beitrag nennt die Standorte nach Regierungsbezirk, erklärt, was bei Beatmung möglich ist, und zeigt, wie der Weg nach der Reha nach Hause verläuft. Das Phasenmodell der neurologischen Rehabilitation im Detail erklärt Intensivpflege-Beratung.

Kliniken für Frühreha nach Region

Die folgende Übersicht beruht auf der Tabelle des Staatsministeriums zu den Versorgungsschwerpunkten (neurologische Frühreha Phase B) und ist nach Regierungsbezirk geordnet. Die Tabelle führt 28 Standorte auf. Stand: Oktober 2026.

  • Oberbayern: München Klinik Bogenhausen, München Klinik Harlaching, Schön Klinik München Schwabing, kbo-Isar-Amper-Klinikum München-Ost in Haar, Benedictus Krankenhaus Feldafing, VAMED Klinik Kipfenberg, m&i-Fachklinik Bad Heilbrunn, Schön Klinik Bad Aibling, Schön Klinik Vogtareuth, Asklepios Stadtklinik Bad Tölz
  • Niederbayern: Bezirksklinikum Mainkofen (Deggendorf), Passauer Wolf Bad Griesbach
  • Oberpfalz: Bezirksklinikum Regensburg, Passauer Wolf Nittenau
  • Oberfranken: Klinikum Bamberg (Betriebsstätte am Bruderwald), Schön Klinik Bad Staffelstein, Medical Park Bad Rodach, Krankenhaus Hohe Warte Bayreuth
  • Mittelfranken: Kiliani-Klinik Bad Windsheim, m&i-Fachklinik Herzogenaurach, Klinikum am Europakanal in Erlangen
  • Unterfranken: KWM Juliusspital Würzburg, Klinik Bavaria in Bad Kissingen, RHÖN-KLINIKUM Campus Bad Neustadt a. d. Saale
  • Schwaben: Bezirkskrankenhaus Günzburg, Therapiezentrum Burgau, m&i-Fachklinik Ichenhausen, m&i-Fachklinik Enzensberg in Hopfen am See (Füssen)

Verlegungen in die Frühreha organisiert in der Regel der Sozialdienst der Akutklinik, nach medizinischer Eignung und Verfügbarkeit. Vor allem in Oberbayern und Franken gibt es mehrere Häuser, in Niederbayern und der Oberpfalz weniger. Fragen Sie den Sozialdienst Ihrer Klinik, welche Häuser gerade Plätze frei haben. Zu Weaning-Zentren finden Sie Details im Beitrag Weaning-Zentren in Bayern.

Phase B mit Beatmung: was möglich ist

Ob ein Haus beatmete Patienten aufnimmt, entscheidet jedes Haus selbst. Die Unterschiede sind groß, wie drei Beispiele zeigen:

  • Die Kiliani-Klinik in Bad Windsheim bezeichnet sich als zertifiziertes Zentrum für Beatmungsentwöhnung in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation. Beatmungspausen werden schrittweise verlängert, sobald der Zustand neurologisch, kreislaufmäßig und fieberfrei stabil ist. Gelingt die Entwöhnung nicht, wird die Anpassung an ein Heimbeatmungsgerät vorgenommen.
  • Die m&i-Fachklinik Ichenhausen wurde am 15. April 2026 von der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) als Zentrum für Beatmungsentwöhnung zertifiziert. Die Weaning-Einheit gehört zur Phase B und hat zehn Betten mit zentraler Überwachung.
  • Die München Klinik Bogenhausen schreibt dagegen, dass sie Patientinnen und Patienten mit maschineller Beatmung nicht aufnehmen kann. Die Passauer Wolf Kliniken erwarten, dass eine fortlaufende maschinelle Beatmung nicht mehr erforderlich ist.

Die Angaben stammen von den Kliniken selbst. Fragen Sie vor der Verlegung direkt nach, ob die Klinik Ihren Angehörigen mit Beatmung oder Trachealkanüle aufnimmt. Auch die Kosten sind ein Thema: Die Kiliani-Klinik gibt an, dass eine Verlegung aus anderen Akutkrankenhäusern aus medizinischen Gründen ohne vorherigen Antrag bei der Krankenkasse möglich ist.

Wenn das Weaning erfolgreich ist, entfällt die Beatmung. Bleibt sie bestehen, braucht der Mensch danach eine geeignete Anschlussversorgung. Dann prüft die Klinik, ob eine außerklinische Intensivpflege zu Hause oder in einer Wohneinheit möglich ist. Bei Beatmung oder Trachealkanüle ist für die Verordnung eine Potenzialerhebung vorgeschrieben (§ 37c Abs. 1 SGB V). Dabei wird erhoben, ob die Beatmungszeit reduziert oder die Beatmung beendet werden kann.

Fragen an die Klinik vor der Verlegung

  • Nimmt das Haus Patienten mit invasiver Beatmung oder Trachealkanüle auf, und gibt es eine eigene Weaning-Einheit?
  • Wie viele Plätze sind frei, und wie lange ist die Wartezeit?
  • Wie geht das Haus mit multiresistenten Keimen um? Die Kiliani-Klinik gibt zum Beispiel an, dass Patienten mit MRSA, VRE oder 3 MRGN aufgenommen werden können.
  • Wer erhebt und dokumentiert die Potenzialerhebung, und wer organisiert die Anschlussversorgung?

Die Standorte sind im Krankenhausplan des Freistaates Bayern im Fachprogramm für Schlaganfallpatienten und Schädel-Hirn-Verletzte geführt. Der Plan wird fortgeschrieben, deshalb kann sich die Liste ändern. Prüfen Sie den aktuellen Stand auf den Seiten des Staatsministeriums.

Von der Reha nach Hause

Auf die Frühreha folgen je nach Verlauf weitere Rehaphasen oder die Langzeitversorgung. Wer in der Phase B keine wesentlichen Fortschritte macht, wird in der Regel in die Pflege überführt. Für Menschen mit schwersten Schädigungen beschreibt der Beitrag zur Phase F in Bayern die Langzeitversorgung.

Spätestens mit dem Entlassmanagement der Klinik beginnt die Planung der Rückkehr nach Hause:

  1. Der Sozialdienst der Klinik klärt Pflegegrad, Hilfsmittel und Pflegedienst. Mehr dazu im Beitrag zum Entlassmanagement im Krankenhaus.
  2. Für die Anschlussversorgung kann das Krankenhaus im Rahmen des Entlassmanagements Leistungen für bis zu sieben Tage verordnen (§ 39 Abs. 1a SGB V). Die weitere Verordnung der außerklinischen Intensivpflege erfolgt durch eine besonders qualifizierte Vertragsärztin oder einen besonders qualifizierten Vertragsarzt (§ 37c Abs. 1 SGB V).
  3. Die Krankenkasse muss die Leistung genehmigen. Der Medizinische Dienst begutachtet die Versicherten am Leistungsort und überprüft die Feststellung jährlich (§ 37c Abs. 2 SGB V).
  4. Sie können den Leistungsort wählen: Haushalt, Wohneinheit, Pflegeeinrichtung oder ein anderer geeigneter Ort. Berechtigten Wünschen ist zu entsprechen (§ 37c Abs. 2 SGB V).

In der häuslichen Einzelversorgung betreut eine Pflegefachperson einen Patienten, je nach Verordnung bis zu 24 Stunden am Tag. In Wohngemeinschaften gibt es auch die Mehrfachversorgung. Welche Form für Ihren Angehörigen passt, hängt von Bedarf, Wohnung und Verordnung ab.

Je früher Sie mit der Planung beginnen, desto kürzer sind Wartezeiten bei Hilfsmitteln und Pflegedienst. Sprechen Sie schon in der Reha mit einem Intensivpflegedienst. Die drei Pflegedienste der Gruppe (IHM, AAI und AIN) versorgen Patienten in Oberbayern, Landshut, Schwaben, Franken und Regensburg. Als Einstieg finden Sie Beatmungspflege in Bayern bei der IHM.

Häufige Fragen

Was ist neurologische Frührehabilitation Phase B?

Eine Krankenhausbehandlung für Menschen mit schwersten Hirnschädigungen, die noch akutmedizinisch überwacht werden müssen und zugleich früh rehabilitiert werden. In Bayern ist sie der akutstationären Versorgung zugeordnet.

Wie viele Frühreha-Kliniken gibt es in Bayern?

Das Staatsministerium nennt rund 30 Spezialeinrichtungen mit mehr als 1.300 Betten. Die Tabelle auf der Seite führt 28 Standorte auf (Stand: Oktober 2026).

Nimmt jede Frühreha-Klinik beatmete Patienten auf?

Nein. Einige Häuser betreiben Weaning-Einheiten, andere nehmen nur Patienten ohne fortlaufende Beatmung auf. Fragen Sie vor der Verlegung direkt bei der Klinik nach.

Brauche ich vor der Verlegung eine Kostenzusage?

Phase B ist Krankenhausbehandlung. Die Kiliani-Klinik gibt an, dass bei medizinischer Notwendigkeit eine Verlegung ohne vorherigen Antrag bei der Krankenkasse möglich ist. Klären Sie das mit dem Sozialdienst.

Was passiert, wenn die Beatmung nicht beendet werden kann?

Dann wird die Anschlussversorgung geplant, zum Beispiel außerklinische Intensivpflege zu Hause. Bei Beatmung ist dafür mit jeder Verordnung eine Potenzialerhebung nötig (§ 37c SGB V).

Wenn Sie nach der Reha eine Intensivpflege zu Hause organisieren, sprechen wir die Überleitung früh mit Ihnen und der Klinik ab. Nutzen Sie dafür die Kontaktseite oder sehen Sie die freien Kapazitäten ein.

Quellen